16. November 2017

 

Workshops in der Gedenkstätte und Gedenkkirche Plötzensee

 

Vor der Gedenkstätte Plötzensee haben wir (Klasse 6 der Sportschule im Olympiapark-Poelchau-Schule) am Eingang den Pfarrer getroffen. Mit ihm sind wir dann vor einer Mauer mit der Aufschrift: “Den Opfern der Hitlerdiktatur der Jahre 1933-1945“ in das Thema des Projekttages „Reichspogromnacht“ eingestiegen. Wir fanden beispielsweise heraus, dass die Gedenkstätte Plötzensee früher ein Gefängnis mit Hinrichtungsraum war.

 

 

Wir haben beispielsweise erfahren, welche Personengruppen hingerichtet wurden und was es für Folter- und Hinrichtungsmethoden gab. Danach gingen wir in den Raum, in dem die Verurteilten hingerichtet wurden. Dort standen Andenken an die Opfer z.B. Kerzen und Kränze. Früher stand dort eine Guillotine, die auch „Fallbeil“ genannt wurde, und die Haken, an denen die Verurteilten erhängt wurden, konnte man sogar noch sehen. Anschließend gingen wir in einen Informationsraum. Hier konnten wir an Schautafeln einiges über das Leben von Dorothee und Harald Poelchau und über die Opfer des Nationalsozialismus erfahren. Dort durften wir uns eine Weile umsehen.

 

Kurze Zeit danach gingen wir gemeinsam zur Gedenkkirche Plötzensee. Dort angekommen haben wir zuerst in Gruppen ein Arbeitsblatt „Wie sieht für uns eine Gedenkkirche aus?“ erarbeitet. Später gingen wir in die eigentliche Kirche. Dort sollten wir uns auch umschauen, die Kirche wirkte auf uns ganz anders als die uns bekannten Kirchsäle. Danach haben wir uns zusammen die Bilder von Alfred Hrdlicka angeschaut, die er extra für die Gedenkkirche gemalt hat. In dieser Kirche war der Altar in der Mitte zwischen den Bänken und über einer Bankreihe hing eine „Statue“ von Jesus Christus. In der Ecke stand eine Orgel. Neben dem Altar stand ein Taufbecken und das Kreuz, was normalerweise in einer Kirche hängt, bildeten die Steinbalken an der Decke. Die Kirche wirkte dunkel, da nur Licht durch kleine Öffnungen in den Raum fiel.

 

Abschließend verabschiedeten wir uns noch und konnten auf einen ereignisreichen Tag zurück blicken.

 

Minia Kühtze und Klara Antok (6. Klasse)

 

Immer wieder kletterte er auf den höchsten Turm in seinem Dorf und ihm fiel auf, dass es einigen Dorfbewohnern sehr gut ging und diese anscheinend noch nicht einmal arbeiten mussten, während andere im Dorf trotz harter, körperlicher Arbeit arm waren. Diese frühe Erkenntnis von Ungerechtigkeit ließ Poelchau nicht wieder los und er versuchte Antworten auf seine Fragen in einem Theologiestudium zu finden. In einer Gruppenarbeitsphase erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler weitere Tatsachen aus dem Leben von Poelchau, die anschließend gesammelt und an der Tafel festgehalten wurden. Poelchau wurde Gefängnispfarrer in Berlin, und leistete Seelsorge in den Haftanstalten Tegel, Moabit und Plötzensee. Hier versuchte er zu Tode Verurteilten in den Stunden vor ihrem Tod so gut es ging beizustehen. Einem Gefangenen konnte er mit gefälschten Ausweispapieren zur Flucht verhelfen, für andere konnte er Briefe aus dem Gefängnis schmuggeln und für einige, die in Einzelhaft saßen, konnte er Treffen mit Mitgefangenen organisieren.

5. September 2017

 

Wer war Harald Poelchau?

 

Bereits am ersten Schultag, einen Tag nach der gelungenen Begrüßungsfeier im Kuppelsaal, bei der alle Schülerinnen und Schüler mit Blumen begrüßt wurden und sich alle Sportarten unserer Schule mit kleinen Vorführungen vorstellte, bekamen wir in einem spannenden Workshop Antworten auf diese Frage. Zwei Referenten von der Gedenkstätte Plötzensee kamen zu uns in die Schule und erzählten uns Wissenswertes über die Person Harald Poelchau. Poelchau wurde am 5. Oktober 1903 in einem kleinen Bauerndorf bei Potsdam geboren und ihn beschäftigte schon als kleiner Junge die Ungerechtigkeit in der Welt.

 

Außerdem führte Poelchau Buch über alle Todesurteile, hielt Namen und Daten der gefangenen und hingerichteten Oppositionellen fest und konnte so viele Gräueltaten vor dem Vergessen bewahren.

Auch vielen Juden, die von den Nationalsozialisten ausgerottet werden sollten, konnte Poelchau helfen, indem er ihnen bei Bekannten und Freunden einen Unterschlupf besorgte. Durch seine selbstlosen Taten wurde Poelchau für viele Menschen zu einem hellen Licht in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus.

 

In dem kurzweiligen Workshop lernten wir eine Menge über dieses dunkle Kapitel Deutschlands und die Person Poelchau und wir freuen uns darüber, dass sich unsere Schule nach einem so netten und gutherzigen Menschen benannt hat.

 

Martin Espei, Klassenlehrer der 7S1

 

 

 

 


 25. April 2016

 

Besuch der Familie Poelchau


 

Die Kinder unseres Namenspatrons Harald Poelchau, sein Sohn Harald Poelchau und seine Tochter Andrea Siemsen wurden von Barbara Schieb von der Gedenkstätte Stille Helden" in unsere Schule begleitet.

Im Olympiapark gewannen sie einen Eindruck von unserem neuen Schulstandort. In konstruktiven Gesprächen erfuhren wir wieder interessante Neuigkeiten aus dem Leben von Harald Poelchau. Wir diskutierten, wofür Harald Poelchau heute für uns steht, und wir fanden in einer interessanten Diskussion übergreifende Themen: Toleranz, auch gegenüber Andersdenkenden, Hilfe und Unterstützung für Menschen in Not und der Aufbau und die Pflege von zwischenmenschlichen Beziehungen bzw. sozialen Netzwerken standen für uns als Ergebnis der Diskussion fest. Zur Erreichung dieser Ziele nutzte Harald Poelchau das wertschätzende Gespräch mit seinen Mitmenschen.
Nach dem Austausch mit den Lehrkräften suchten unsere Gäste das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern. In einer spannenden Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse 9S1 und dem Klassenlehrer Steve Kenner gewannen wir einen weiteren Einblick in das familiäre Leben von Harald Poelchau und seinen Kindern.
Während des Besuches entstand die Idee eines neuen gemeinsamen Projektes. Wir planen Filmaufnahmen im Rahmen eines Seminarkurses mit den Kindern von Harald Poelchau: Harald jun. (77 Jahre) und Tochter Andrea (70 Jahre). Wir freuen uns auf die Umsetzung des neuen Projektes. Darüber hinaus realisiert unser Fachbereich „Gesellschaftswissenschaften" unter der Leitung von Rainer Fleischer weiterhin jährlich den Projekttag „9. November" gemeinsam mit Frau Schieb aus der Gedenkstätte „Stille Helden".

 

Wir bedanken uns bei unseren Gästen für die guten Gespräche und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Matthias Rösner